Warum noch ein Vario?

Ich besitze ja bereits einen MB Vario 815 der in den vergangenen 6 Jahren von mir optimiert wurde zu einem Gasfreien nur mit Solar betriebenem Aufbau.

Also warum nun noch ein Vario?

Nun ich bin ein Abenteurer und als ich das letzte mal wieder in der Sahara war und wieder einmal mehr an die Grenze des möglichen mit dem Vario ging, wurde mir klar, dass ich dem Phoenix nicht mehr soviel zumuten kann. Es ist zwar immer alles gut gegangen und ich konnte trotz den vielen Stimmen die mir sagten: “Unmöglich mit diesem Wohnmobil da durch zu fahren” mich immer wieder durch die Herausforderung durch kämpfen. Aber man soll das Glück nicht zu lange so herausfordern. Da war mir klar, ich brauche ein kleineres Gefährt, der höher ist und einen viel besseren Böschungswinkel hat. 4×4 ist nicht das was ich vermisst habe, den mit Zwillingen hinten geht es auch ganz gut. Aber der 4×4 Vario ist hoch und darf auch die grösseren Räder drauf haben.

Warum wieder ein Vario?

Ich wollte wieder unter 7,5 T bleiben und nicht mit 10 T oder mehr rumkurven. Die meiste Zeit ist man ja auf der Strasse und dort braucht man keine hervorragende Geländegängigkeit. Ausserdem ist der Vario ein top Begleiter den ich sehr zu schätzen wusste.

Wie kam ich zum Vario

Also habe ich bereits im Februar 2020 mit dem Gedanken gespielt mir einen Vario 4×4 zu suchen. Da stiess ich auf einen der wenigen der in der Schweiz inseriert war. Aber der Preis war mit 50000Fr. Utopisch. Auch in Deutschland waren welche 814DA die über 35000€ kosteten. So ging ich in Verhandlung mit dem Vario in der Schweiz und nahm mir über 2 Monate Zeit. So wurde der Preis kleiner und kleiner, bis ich ihn dann für 16000Fr. kaufen konnte. Er war in hartem Einsatz wie ihr seht.

Es ist ein Jahrgang 2011 und hat 190000 Km.

Die Planung

Der erste und wichtigste Schritt war damit gemacht. Nun kann es losgehen mit der Planung.

Der ganze Aufbau hinten wurde noch vom Verkäufer weggemacht, so war die Abmachung.

Und so habe ich ihn in Empfang genommen.

Dann galt es eine Zeichnung vom ganzen Aufbau zu erstellen.

Nun brauchte ich aber noch einen Ausbauer der die nötige Erfahrung mit sich bringt und auch möglichst schnell damit beginnen kann. Das eine findet man schnell, das zweite kaum. Ich wollte nicht zwei Jahre warten was üblich ist bei den bekannten individual Ausbauer. Durch einen Variofreund lernte ich Wolfgang Reul kennen, der bereits ein paar Camper gebaut hat, und in seinem Beruf sehr viel mit Campern als Konstrukteur zu tun hat. Da er selber aber auch keine Zeit dieses Jahr mehr hatte, bot ich ihm an, dass er die Planung macht, und ich zu ihm fahre in seine Halle und mit seinem Now how meinen Camper selber baue. Und so kam es das ich ende August 2020 bei ihm anfing meinen Camper zu bauen.

Der Ausbau kann beginnen

Instandstellung der defekten Teile

Zuerst musste alles Weggebaut werden, was nicht mehr benötigt wurde.

Bis ich bei diesem Schild alle Schrauben gelöst hatte und alles wieder zusammen gebaut hatte, ging sicher gute 8 Stunden.

Beide Kotflügel und die Motorhaube habe ich ausgebaut um alles besser zu entrosten und Sandstrahlen.

Die linke Tür habe ich ausgebaut und durch eine Gebrauchte ersetzt.

Leider war die Gebrauchte Tür mit einem Schaden, so dass ich sie zuerst gerade richten musste.

Dann mussten die Blattfedern hinten ausgebaut werden, da die Gummilager defekt waren.

Ein Federlagerzapfen war auch verrostet und musste von seinen Nieten befreit werden.

Nieten zuerst abschleifen, dann mit 3,5mm Bohrer aufbohren, dann 6.5mm und zum Schluss mit 10mm. Danach konnte man erst die Nieten rausschlagen. Der neue Halter war nicht mal so teuer. 108€ kostete er und wird nun mit Stahlschrauben mit Feingewinde befestigt.

Dann die Lagerung der Blattfeder vier Stück mussten aus und eingepresst werden.


Mit diesem Wagenheber war aber sehr anstrengend, so dass ich beschloss die anderen drei auf einer Presse, die ich aber nicht hatte, raus und reinzudrücken. Mit den Btattfedern bin ich dann mit dem Schreiner von neben an zu einer Werkstsatt gefahren.

Da der Rahmen vom Vorbesitzer abgeschnitten wurde, musste der wieder verlängert werden, und dies gleich ein wenig länger als üblich.

Alles schön ausrichten und zuerst mal Punktschweissen. Anschliessend durchschweissen wenn alles passt von beiden Seiten. Eine Seite wird danach Plan geschliffen.

Nun kann der hintere Querträger wieder montiert werden. Dazu müssen Löcher passend gebohrt werden.

Zum grob entrosten ging es vor allem an der Hinterachse.

Auch der Bremssattel muss ersetzt werden, da er vom Vorbesitzer stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Den kriegt man auf dem Freien Markt für ca. 330€.

Auch die Schwelle bzw. Der Einstieg auf der linken Seite musste ausgeschnitten und ersetzt werden.

Ebenso wurden der Rostfrass ausgeschnitten und ersetzt.

Beide Hydraulikpumpen

die jetzt nicht mehr gebraucht werden wurden ausgebaut und ein Deckel musste hergestellt werden um das Loch am Getriebe wieder zu verschliessen.

Einer der Druckbehälter leckte auch nach dem groben entrosten.

Nun war fast alles soweit repariert am Basisfahrzeug. Jetzt kann es losgehen mit dem Zwischenrahmenbau.

Der bau des Zwischenrahmens

Der Schreiner nebenan war so nett und hat mir seine Eisenkappsäge zur verfügung gestellt um die 6 Meter aussen in die richtige längen zu schneiden. Dann wurde damit begonnen die Haupträger mit den Verbindungen auf das Fahrgestellt auszurichten und Schweisszupunkten.

Der Zwischenrahmen ist nun verschweisst und wird noch etwas abgeschliffen.