Da mein Strombedarf immer weiter am steigen war, habe ich meine alte Batterie ausgebaut und mir neue Zellen von Winston mit 700Ah pro Zelle zugelegt. Insgesamt 8 Stück habe ich mir zugelegt. Warum 8, weil diese Menge genau in meinem Batteriefach Platz haben.

Warum soll ich da Platz verschwenden und überhaupt, man kann nie genug Kapazität haben.

Die Batterien kamen in zwei Boxen gut verpackt an.

Um sie etwas schneller zu laden, habe ich sie gleich mal ins Wohnmobil verlegt und zwei und zwei Zellen verbunden so dass ich noch 4 Doppelzellen hatte um diese in Reihe zu verbinden.

Dann habe ich sie erstmal aufgeladen. Den die Zellspannung lag so bei 2.7V. Wenn sie Voll sind liegt die bei 3.2V. Also fehlen da mehrer 100Ah. Da sie noch nicht balanciert sind, habe ich die Zellspannung beobachtet und nur bis 13,8V geladen. Bis zu diesem Bereich haben Lifeypo4 Batterien eigentlich keinen Drift.

Die Verbindungsstege habe ich selber gemacht aus 5mm dicken Aluminium welches ich aus einer Alteisen Tone entnommen habe. Inox Schrauben habe ich mir bestellt mit U-Scheiben.

Gleichzeitig habe ich meinen Victron Multiplus 3000/16A verkauft für 800€ und mir zwei Neue gekauft. Warum nicht einfach nur einen Neuen? Weil der Alte noch einen älteren Prozessor hatte und um beide Parallel schalten zu können, muss es die exakt gleiche Version sein.

Ja ihr habt richtig gelesen, ich baue mir gleich 2 Multiplus Wechselrichter ein. Klar gibt es auch nur ein Gerät mit 5000W Dauerleistung. Doch ist das erstens um einiges Grösser, und zweitens, was ist, wenn ich wieder einmal in der weiten Welt bin und mir der Wechselrichter aussteigt? Dann habe ich immer noch ein Gerät mit dem ich wie bis anhin zurecht kommen würde.

Also habe ich die Zeit gleich mal genutzt um die neuste Software über den MK3 zu installieren.

Man muss dazu dem Multiplus einfach Strom geben, dass habe ich mit einem Zigarettenanzündstecker gemacht, den ich sowieso schon hatte mit den Kabeln dran. Dann braucht man noch die Software von Victron VE Configuration Tool die man Gratis runterladen kann. Leider gibt es die nur für Windows und nicht für Mac. Also musste ich meine alte Kiste wieder besorgen. Download Software Link

Die richtige Firmware müsst ihr am besten über den Händler besorgen oder selber direkt bei Victron sich anmelden und die richtig Downloaden. Allerdings braucht man da schon etwas Kenntnis. Mit der Software VE Flash kann man nun die neue Firmware auf den Multiplus spielen.

Nachdem nun die Batterien nach ein paar Stunden fast voll waren, habe ich alle 8 Parallel verbunden und initialisiert. Initialisieren tut man eigentlich nur, damit jede einzelne Zelle die exakt gleiche Kapazität bzw, Spannung hat. Also habe ich zwei Ladegeräte besorgt wo man die Spannung auf 3.7V einstellen kann. Jedes hat 10A Leistung, was 20A Ladestrom ausmacht. Nun ging es nochmals ca. 7 Stunden um sie bis zu dieser Spannung zu kriegen. Kein Wunder bei 1400Ah.

Bei einer kleineren Batterie wird die Spannung sehr schnell steigen, deshalb sollte die Spannung immer unter 4V eingestellt werden. Denn ab 4V Zellspannung sind alle Batterien zerstört. Ebenfalls unter ca. 2.5V. Nach Angabe des Herstellers.

Nun konnte ich die Zellen einzeln eine nach der anderen einbauen. Eine Zelle wiegt ja gute 21Kg. Platz braucht es dazu nur 627mm x 536mm

Die Höhe inklusive Zellverbinder ist nur 320mm. Ich habe gute 380mm Zwischenbodenhöhe.

Da ich später kaum mehr zu den Batteriepolen dazu komme habe ich pro Zellblock je zwei Kabel geschützt in Wellrohren verlegt. Hier wird einerseits der Battgo BG-8s angeschlossen,

und auf dem zweiten Kabel das Balancermodul welches ich mir von China besorgt hatte. Linkes Modul im Bild. Balancer Link

Mit dem BattGo welche ich im Innenbereich montiert habe, kann ich jederzeit die Zellspannung überwachen.

Nun habe ich sie mit dem Isoliermaterial in welchem die Batterien geliefert wurden gegen verrutschen gesichert.

Nun noch die zwei Wechselrichter davor eingebaut.

Dann die Kabel von je 50mm2 pro Wechselrichter. Und da nun ja auch auf der 230V Seite höhere Ströme fliessen, habe ich mir ein 2.5mm2x5 Kabel zugelegt und dieses für den Eingang und Ausgang angeschlossen. Dann werden die beiden Wechselrichter ebenfalls mit dem Netzkabel miteinander verbunden. Aber Achtung, man darf sie noch nicht einschalten, da die Sinuswelle noch nicht exakt überein stimmen. Dazu wird nun das Netzwerkkabel angeschlossen und der MK3 und über das Programm, VE.Bus Quick Configure welches wir ja schon runtergeladen haben, werden die Mutliplus miteinander Synchronisiert. Nun kommt die Zwischenplatte wieder rein und alle Solarladeregler.

Die Wechselrichter wurden auch von oben eingeklemmt und sind auch gegen verrutschen geschützt. Die Solarregler wurden auch gleich neu mit 16mm2 Kabel verdrahtet. Angeschlossen werden sie direkt an den Wechselrichter je zwei Rechts und zwei Links. Es hat an jedem Wechselrichter ja 2 Anschlüsse für Plus und Minus. Bevor ich nun die zwei Pluskabel an den Sicherungen von 400A rechts im oberem Bild zu sehen, angeschlossen habe, wurde nochmals alles auf richtige Polarität geprüft. Dann noch mit dem Ohmmeter bei der Plus und Minus Leitung durchgemessen. Den wenn da was vertauscht wird, gehen die jeweiligen Geräte defekt. Beim Anschliessen der Multis, funkt es ziemlich stark, was aber Normal ist. (Die Kondensatoren werden aufgeladen und eine niederohmige Spule ist ja da drin)

Zum Schluss noch die VE Direkt Kabel, je eins pro Laderegler.

Diese werden an einen Raspberry angeschlossen.

Über das VRM Programm von Victron bei welchem man sich anmelden muss, werden nun alle Daten hochgeladen.

Zuvor muss natürlich der Raspberry mit der Firmware von Victron auf einen Speicherkarte geladen werden. Hier erfahrt ihr wie man das macht. Victron Venus Link

Den Raspberry habe ich über ein L-Kabel mit dem Internet verbunden und dieser sendet nun alle 15 Min. alle Daten auf einen Server. Nun kann damit alle geladene und entladene Daten eingesehen werden. Hier über die IP Adresse.

Oder über das VRM Portal welches von Überall zugegriffen werden kann.

Hier kann man ganz viele verschiedene Statistiken auswerten. Zb. Verbrauch oder Ertrag pro Tag, Woche, Monat oder Jahr.

So am Schluss nachdem alle Kabel noch etwas gebüschelt wurden, sieht es nun so aus:

Damit ist es nun Möglich gleichzeitig zu backen zu kochen und zb. die Klima zu betreiben oder was auch immer. Das Ziel war es den gleichen Komfort wie in einem Haus zu haben. Und das gute dabei ist, das die bezogene Leistung schön gleichmässig auf beide Wechselrichter verteilt werden. Damit hat man auch weniger Leistungsverluste, da der Strom immer über beide Kabel fliesst. Bei 4000W ist der Spannungsverlust nur 0.3V.