Nachdem wir nun gute 5 Nächte am Meer gestanden haben, geht es nun weiter für uns. Da es am Montag noch den ganzen Tag schön war, haben wir diesen Tag noch abgewartet und die Sonne genossen. Denn nun hat die Regenzeit angefangen hier. Die Temperaturen sind aber immer noch schön warm. In der Nacht 15 Grad und am Tag 20-23 Grad.

Axel und Claudia reisen wieder in den Norden zurück, da ihnen dieses Land nicht gefällt. Vermutlich werden sie dahin fahren wo alle hin fahren, nämlich nach Spanien und Portugal. Klar, da ist das Wetter viel beständiger, aber immer das gleiche, ist nicht so mein Ding. Habe gelesen das auf Kreta 300 Sonnentage im Jahr geben soll. Also werde ich ev. Dahin fahren. Aber das werde ich noch sehen. Erstmals fahre ich Richtung Nordmazedonien um zum Tanken und einmal um den See zu fahren.

Wir sind nun gegen den Mittag am Dienstag losgefahren und mussten nach Tirana rein. Dann wollten wir links abbiegen um die Stadt zu umfahren. Doch da war gesperrt und ĂĽber hundert Polizisten standen da.

Weis der Geier was da los war. Ich denke die BrĂĽcke ist eingestĂĽrzt oder sonst was. Vielleicht bringe ich es ja noch in Erfahrung. Wir mussten dann etwas durch das Verkehrschaos durch fahren. Und da immer weider Autos die Busspur nahmen, fuhren wir auch rechts an der Kolonne vorbei um weiter vorne links abzubiegen. Ab da ging es dann gut.

Ach ja, vor Tirana bin ich noch auf eine Waage gefahren. Der Mann musste aber zuerst sein System aufstarten und wusste nicht genau was er machen muss, so hat er per Video es von einem Freund erklärt bekommen. Nach 10 Min. Konnte ich dann mein Gewicht ablesen. Genau 7.5T ohne mich. Also nochmals 74 Kg dazu. Wasser war mit 150 Kg und Diesel war 125L dabei. Dann sicher noch 100Kg Hundefutter. Also es wird wieder etwas runter gehen, je länger ich fahre. Vorne bin ich aber gute 100Kg zu schwer. Aber das interessiert hier sowieso keiner. Die fragten mich auch, warum ich das Gewicht denn wissen will, denn hier fahren alle was möglich ist herum. Nun ich bin eben Schweizer, wenigstens ein wenig noch, und die wollen eben immer möglichst eine klare Faktenlage haben.

Bei einem Einkaufszentrum haben wir dann einen Halt gemacht um wieder einmal etwas Eis einzukaufen. Dann fuhren wir weiter und suchten einen Uebernachtungsplatz in Elbasan, etwas abseits an einem Fluss.

Die ganze Nacht durch regnete es, aber am Morgen war es vorbei. In der Nacht ist es mir ja egal. Plötzlich kommen gut 9 Hunde den Weg angetrabt auf Enjy zu. Sie verkroch sich zuerst unter das Wohnmobil und als sie weiter zogen ging sie hinter ihnen her.

Doch die zogen weiter. Sie ist ja seit ein paar Tagen läufig und so muss ich etwas aufpassen.

Nun wollte ich von diesem ErdhĂĽgel wieder runter fahren, doch die Räder waren zu tief in die Erde versunken wegen dem starkem Regen. So musste ich mit den StĂĽtzen die Räder vorne in die Luft hifen und Steine vorne unterlegen, hinten dann auch, weil es beim ersten Versuch nicht klappte, dann ging es. Wir fuhren nun ein Weilchen und machten an einer schönen Stelle unsere FrĂĽhstĂĽckspause. Frisches FrĂĽchtebrot, das ich gebacken habe, selbst gemachte Butter, den wir mal bekommen haben und Schweizer – Bienenhonig eines Bekannten von uns. Was will man mehr, ausser noch eine Tasse Kaffee.

Es ist echt ein Vorrecht, immer gutes frisches Brot zu haben. Das Mehl das ich gekauft habe, reicht für über ein Jahr. Ich verwende immer Dinkelmehl in verschiedenen Sorten. Es ist eingentlich so einfach einen Teig zu machen und diesen dann einzufrieren in Portionen. Abends wird er raus genommen und dann geht er auf bis am Morgen. Dann in den Backofen mit 3 Stufen die ich einstelle. 1 Stuffe 10 Min mit 100Grad, damit er nach dem ich ihn ja nochmals geknettet habe aufgeht, dann Luft für 30 Min ein Timer ohne das was passiert um ihm Zeit zu geben, dann für 25 Min. Auf 180 Grad backen. Das alles läuft dann von alleine und das Wichtigste ist, mir macht das Spass, sowohl beim Zubereiten wie auch bein Essen. Es schmeckt einfach himmlisch.

So wir fahren nun weiter nach Mazedonien rein.

Die Einreise ging gut wie immer. ID zeigen und Fahrzeugschein damit sie das Auto wieder austragen können. Dann noch die neue BegrĂĽssung lernen, wie “Dobrodan” was guten Tag heisst und “Fala” was Danke heisst. So kommt man immer gut an wenn man den Zöllner gleich in seiner Sprache begrĂĽsst. Vielleicht hatten wir deshalb noch nie grössere Probleme. Schliesslich sind wir schon durch 9 Länder gereist.

Unterwegs begegnen wir einem Trauerzug mit ĂĽber 100 Menschen auf der Strasse.

In Mazedonien stellten wir uns dann direkt an den Ohridsee.

Nun gingen wir erstmal an dem See entlang laufen bis es nicht mehr weiter ging. Dann war Feierabend. Denn um 17 Uhr ist es hier ja schon fast dunkel. Am nächsten Tag, als die Sonne sich blicken lies, bin ich natürlich sofort raus um sie zu begrüssen: Dobrodan. Damit sie nicht gleich wieder hinter den Wolken verschwindet.

Sie tat es dann trotzdem aber kam, nach langem bitten dann wieder zu uns.

Wir alle genossen nun den Morgen da draussen. Hunde kommen ja immer zu uns und sind auch willkommen. Die Zwei sind sich das gewöhnt, dass immer welche kommen um eine Unterschrift zu erhalten. Sind ja auch zwei Top Model, fehlt nur noch der Laufsteg, obwohl es hier ja auch einen Steg hat, der führt aber ins Wasser hinein. Plötzlich kommt ein Schweizer Auto aus Luzern auf uns zu und ist sichtlich erfreut, uns zu sehen. Er ist ursprünglich von hier, spricht aber fast perfekt schweizerdeutsch und lebt ein paar Monate im Jahr in Mazedonien. So können wir wieder mal quatschen wie uns der Schnabel gewachsen ist für gut 1 Stunde. Dann fahren wir weiter um zum Tanken zu gehen. Er gab uns einen Tip dazu und so fuhren wir dahin. Der Liter ist hier nämlich am günstigsten, ca 1€ der Liter. 160 gingen wieder rein. Der Verbrauch war diesmal höher, wegen den vielen Pisten und Pässen und lag bei gut 17 Liter.

So nun fuhren wir um den See herum auf einer eher schmalen Strasse.

Zwischendurch eine Pause direkt am See mit wie immer freundlichen Menschen.

Das schätze an diesen Ländern, wo Hunde frei leben. Keiner motzt dich an wegen den Viechern. Denn die sind sich das gewöhnt, dass sie den Planeten mit den Tieren teilen müssen.

Dann ging es weiter.

Nun fuhren wir noch vor der Grenze zu Albanien in einen Nationalpark hinein, aber nur durch. Es sieht etwa so aus wie in Bosnien.

Dann kam schon wieder der Zoll nach Albanien. Dieser Mann schaute nun etwas genauer und als er die Hunde sah, wollte er auch die Pässe von denen sehen. Er suchte nach einem Foto aber da war keines. Ich sagte ihm, dass sie Chip haben, doch er hatte kein Lesegerät. Er gab sich nun zufrieden und gab uns alles wieder und dann ging es lächelnd weiter. Auch beim Zöllner bin ich immer freundlich, ja sogar aufgestellt, was die immer sofort merken. Entweder sie denken, was für ein fröhlicher Mensch oder was für ein Depp, bloss weg mit dem. Mir egal, Hauptsache, ich komme durch.

Damals in den 90ern Jahren in Rumänien wollten sie immer Bestechung haben, damit man uns durchliess. Die meisten geben dann auch was, doch ich blieb immer stur. Ich lasse mich nicht in Korruption ein, eines meiner Prinzipien. Und wenn die merken, dass es bei dir nichts zu holen gibt, lassen sie schliesslich loss von dir, um Platz für das nächste Opfer zu machen.

Kurz vor Podradec sind wir nun zu einem Missionswerk gefahren und dĂĽrfen uns in ihr Areal stellen.

Als Gegenzug helfen wir ein wenig. Unter anderem werde ich in der Schule die SchĂĽler am Montag fĂĽr 3 Lektionen lehren. Alles ist hier einfach unkompliziert. Denn die kennen uns nicht mal und vertrauen uns trotzdem.

Jedoch viele Strassen sind noch nicht asphaltiert, sobald man die Hauptstrasse verlässt. Oder sie sind schlichtweg in einen sehr schlechten Zustand. Überall in dieser Grenzregion sind auch alte Bunker zu sehen.

Den Wölfen ist das sowieso alles egal, Hauptsache es gibt hier was zu erkunden. Da kommt auch kaum ein Hund mit Herrchen an der Leine daher gelaufen. Sie sind alle frei und jeder kann jeden begrüssen, ohne einen grossen Aufstand zu machen. Es ist einfach alles entspannt hier. Ausser die rasenden Autofahrer, die ab und zu die Piste runter brettern. Aber alle Hunde haben es gelernt, damit umzugehen, auch meine. Und die es nicht gelernt haben, die sind nun in den ewigen Jagdgründen. So ist nun mal das Leben. Am Ohridsee gibt es auch ein paar Oasen mit Restaurant.

Wenn es hier etwas wärmer ist, dann sind sehr viele Menschen hier und verbringen ihren Urlaub. Der Einkauf hier, ist ja sehr günstig. Gestern habe ich einen Hamburger gegessen der nur 1.30€ kostete. Das Brot war sogar noch besser als unseres, da es Fladenbrot war, das knusprig gebacken wurde. Die Preise sind sehr ähnlich wie in Tunesien, ausser der Diesel, der kostet hier ein Euro mehr als dort. Tunesien, wer weiss, vielleicht fahre ich auch noch dahin. Denn ein paar haben mir schon geschrieben, dass sie dort hin fahren werden. Gleich gestern einmal und heute morgen jemand anderes. Aber noch bin ich hier. Am Samstag sind wir mal mit dem Rad nach Pogradec reingefahren. Ich musste wieder etwas Geld wechseln. Dann Einkaufen und danach eben etwas essen gegangen. Anschliessend sind wir zur See Promenade.

Ich setzte mich da auf eine Bank. Dann kamen zwei kleine Junge mit ihrem Rad und einer öffnete eine Chipstüte. Ich hielt sofort meine Hand zu ihm offen hin und er gab mir gleich ein paar Chips. Einfach nur nett.

So nun ist es schon wieder Sonntag. Und damit Zeit um den Blog Artikel zu veröffentlichen.

Falls von euch jemand mal hier runter fährt, so wäre ich froh, wenn er sich bei mir meldet, damit er ein Paket mitnehmen kann.