Zja, was will man machen wenn man nicht reisen kann? Ausharren, lesen, Video schneiden, Reparaturen. Und gut sind wir hier nicht ganz alleine, sonst dreht man ja noch ganz durch. Diesmal wird der Blog auch nicht so lange, da wir ja nicht reisen können.

Jeden zweiten bis dritten Tag, fahre ich mit dem Bike alleine zum Einkaufen. In Fask, das 7 Km weit weg ist, sind die Leute teilweise vorsichtig und vermummen sich.

Aber unterdessen kenne sie mich und meist habe ich einen Spruch bereit, der alle zum Lachen bringt. Lachen soll ja gesund sein und lenkt etwas ab. Feindlichkeit erlebe ich eigentlich keine. Manche berichten zwar davon, doch ich lächle einfach und nehme nichts persönlich. Bis jetzt konnte ich immer das Eis sofort brechen.

An einem anderen Tag bin ich in die nächste grössere Stadt nach Guelmim gefahren und habe zuerst die Werkstatt besucht, wo mein Camper lackiert wurde. Leider arbeitet der Mann nicht mehr dort. Ein Weg ist gute 30 Km und wenn dann der Wind noch kräftig von vorn bläst, dann hebt sich die elektrische Energie wieder auf. Vor der Stadt nach dem grossen Lebensmittelladen Marijane war eine Polizeisperre. Da ich nicht wusste, ob sie mich durchlassen würden, bin ich einfach etwas rechts so 50 Meter an ihnen vorbei gefahren. Sie sahen mich, aber keiner hatte damit ein Problem. Auch in der Stadt gab es viel Polizei und Militärpräsenz, doch mit dem Bike fällt man nicht so auf und so hat mich auch niemand kontrolliert. Ich kaufte in verschiedenen kleinen Shops für meine anderen Leidensgenossen ein bis ich keinen Platz mehr auf dem Bike hatte.

Aber es hat sehr viel Platz. Ganze 10 Brote sind in den blauen Säcken. Und eine Tasche ist voll mit Gemüse für einen Deutschen. Ich selber fragte noch in einem Shop nach Amlou einer Mandelpaste mit Arganöl und Honig. Ein junger Mann nahm sich mir an und ging mit mir zum Shop der in der Nähe war. Gleichzeitig schenkte er mir noch seine 3 Avocado die er dabei hatte. Für ihn war es offensichtlich eine Ehre mir zu helfen. Gastfreundschaft wird hier wirklich sehr hoch geschrieben. Sie geben das Wenige das sie haben. Ich kaufte hier in diesem Laden dann diese leckere Paste ein.

Am Tag zuvor gab es sogar etwas Regen. Der Fluss der gleich neben uns ist, füllte sich wieder einmal.

Und da hier gutes Wasser Mangelware ist, habe ich mein Dachwasser gleich in den Tank gefiltert, verwendet.

Leider war der Regen hier bei uns nicht so ergiebig, so das nur ca. 40 Liter rein gingen.

Die meisten trinken hier auch dieses schweflige Wasser, was ich nicht tun werde. Deshalb wird das Wasser im Tank nur zum Trinken und Kochen verwendet. Das von der warmen Quelle zum Baden und Abwaschen und WC.

Einmal kam eine Staubwindrose an uns vorbei und hätte uns fast in den Himmel entrückt.

Und dann kam noch ein Berber mit seinem Pferd vorbei. Ich habe dann auf seinen Gaul aufgepasst und er ging baden.

Ach, wie schön wäre es hier ein Pferd zu haben. Doch eines, dass sein Fressen selber sucht. Das wäre eine wirklich schöne Abwechslung. Doch Eyla war etwas eifersüchtig und hat das Pferd angebellt, als ich an ihr vorbei ging.

Was macht man sonst noch so hier. Na Brot backen. Hier mache ich gerade 3 Kg bestes Brot.

Es ist ein Vorrecht immer frisches gesundes Brot hier draussen in der Einöde zu haben.

Was machen die Wölfe so? Na buddeln. Jeden morgen und abend laufen sie zu einem Graben, welcher unten wohl eine Höhle hat und buddeln da bis man sie fast nicht mehr sieht.

Um 22 Uhr Nachts, fahre ich dann zu ihnen raus und hole sie zurück. Dann am Morgen meist um 7.30 Uhr gehen sie wieder raus und laufen gleich wieder dahin.

Ab und zu gibt es ein Abendrot zu sehen.

Vom Camper aus, habe ich den direkten Blick zur Quelle, wo die Leute meistens am Morgen und am Abend am baden sind.

Hier die Übersicht über den Platz wo wir zusammen stehen.

Zwei Camper sind noch etwas weiter weg.

Am Samstag kam nun auch noch Polizei, Gendarmerie, Militär und einer von der Behörde. Die anderen waren gerade wie jeden Abend in der Therme und ich war gerade dabei am Wohnmobil zu schleifen.

Sie blieben 15 Meter vor meinem Camper stehen und ruften mich zu sich. Dann: “Hallo, wie geht es usw.” Dann kamen sie zum Punkt: Wir dürfen hier nicht bleiben und müssen wegfahren, meinte der Beamte.

Meine Frage dann: Wohin sollen wir den hinfahren?

Er: Auf einen Camping.

Ich: Alle Camping wurden ja von der Polizei geschlossen, da hat keiner mehr offen wie mir ein Campingplatzbetreiber versicherte.

Da waren sie erstmal sprachlos und wussten nicht mehr was sagen. Sie besprachen sich ein wenig und dann hies es, wir können bleiben, aber sollen alle die hierherkommen weg schicken. Er gab mir seine Telefon Nummer und dann gingen sie wieder zu ihrem Jeep zurück.

Ja super. Wir können doch nicht die Landleute die fast jeden Tag her kommen von ihrem eigenen Land vertreiben. Ne, dass ist nicht unsere Aufgabe und würde wohl nur zu vielen Missverständnissen führen. Nein, werden wir auf keinen Fall machen. Das ist nicht unsere Aufgabe sondern ihre. Nun gut wir lassen jetzt mal alles so wie es ist. Denn man darf ja auch nicht herumfahren. Denn überall sind Polizeikontrollen und dort wird man registriert. Thema-Wechsel.

Ich habe etwas angefangen die Schäden zu reparieren die ich noch in Italien und Griechenland eingefangen habe. Eigentlich wollte ich das hier in Auftrag bringen, doch nun ist mir langweilig und so mache ich es eben selber.

Poliesterspachtel und Feinspachtel habe ich ja alles dabei und Schleifpapier auch etwas, wenn auch noch kein feines. Ein neues Rücklicht habe ich auch noch in Deutschland gekauft. Und Zeit habe ich ja hier mehr als genug.

Nun wie geht es eigentlich mir?

Ich bin kein Camper sondern ein Nomade, also ein Reisender. Und es fällt mir sehr schwer immer am selben Ort zu bleiben, auch wenn ich hier Gemeinschaft bez. andere Leidensgenossen habe. Unterdessen fährt ja auch heute eine Fähre und am Donnerstag die Nächste rüber nach Sete, Frankreich. Doch zuerst werden alle 1000 Camper die schon im Hafen stehen bevorzugt und die lassen auch keinen mehr rein. Ausserdem wollen die gute 1200€ dafür haben. Zja, wie alle Botschaften schreiben, ist es eine kommerzielle Fahrt was auch an dem Preis zu sehen ist. Also warten müssen wir nun so oder so und wir hoffen das Spanien die Grenzen in absehbarer Zeit wieder öffnet. Dann wird es vielleicht auch möglich sein nach Norden zu reisen.

Na Ja, einen Vorteil hat es ja auch, ich brauche kaum Geld dabei. Kaufen muss ich ja nur etwas Esswaren, sonst nichts. Und keine festen Kosten ausser die Steuer und Versicherung vom Camper.

Und Videos kann ich ja trotzdem immer wieder mal machen. Dort läuft es übrigens gut. Es gibt immer Kommentare und das nicht wenige. Warum das hier nicht so ist, weiss ich auch nicht. Oder auch die Likes sind dort gut, hier Like`t kaum mal jemand. Aber ist ja auch eine andere Plattform. Und von Likes lebt man ja auch nicht.

Nun zu den Videos. Das Eine ist ja noch von ca. 3 Wochen wo ich mit Mühe und Not wieder aus der Sahara kam. Lohnt sich anzuschauen.

Und das Neuste ist ja aktuell von hier wo ich auch ein paar interviewen.

Also schaut rein und ich hoffe es geht euch soweit gut.