Am Sonntag morgen fuhr ich wieder früh los, den ich wollte möglichst den LKW Verkehr etwas abwenden. Und ab jetzt fahre ich alles auf der Autobahn mit gemächlichen exakten 78Km/h. Das Ziel ist Milano hinter mir zu lassen und dann nochmals zu übernachten. Unterwegs mache ich zwei Pausen. Eine davon etwas länger mit einem kleinem Spaziergang.

Enjy ist hier oben schon wieder im Jagtmodus. Sie hüpft wie eine Irre im Gras herum, doch das was sie gerochen hat, ist wohl längst schon über alle Berge verschwunden. Auch hebe ich den Reifendruck wieder an. Von 4.5 auf 5.5 Bar. Den ab jetzt fahre ich ja nur noch Autobahn und die Strassen sind ja ab jetzt auch viel besser.

Gegen den späteren Nachmittag komme ich an meinem neuen Platz an. Ich habe mir einfach ein Sportzentrum auf der Karte ausgesucht, welches gleich neben einer Einkaufsmeile steht, aber nicht so Nahe das es stören würde. Es ist zwar Sonntag, doch manche Läden haben offen. So kaufe ich mir noch ein paar Dinge ein, die ich nur hier in der Qualität kriege. Zb. Schinken und Hartkäse. Und ich gebe es zu, habe ich mir noch vier Hamburger zu 4€ gekauft. Ohne Käse, den dehn mache ich selber rein, was mir 1.60€ erspart. Dann fahre ich zu meinem Schlafplatz.

Gleich dahinter sind gerade viele Leute unterwegs mit ihren Hunden oder auch ohne.

Obwohl meine zwei Frei sind und den Kontakt zu ihren Artgenossen sehr schätzen, hat keiner Stress damit. Alle sind sie Freundlich und finden die blauen Augen ganz toll. “Bella Ogi” ob man es so schreibt weiss ich nicht, aber Hauptsache ich verstehe was sie sagen.

Wir spazieren noch etwas hier herum und unsere Begegnungen sind immer noch alle Positiv. Na also, geht doch. Dann verziehe ich mich wieder zurück in meine Behausung. Ab jetzt mache ich wieder die kleine Satschüssel mit Saugnapf aufs Dach. Doch am nächsten morgen liegt sie am Boden. Und ist an drei stellen gebrochen. Kein Wunder bei einem 3,5 Meter sprung. Was soll’s es gibt schlimmeres.

Schon um 7 Uhr früh werde ich fast zugeparkt. Viele kommen noch schnell vor der Arbeit ins Fitnesstudio und rakern sich an den Geräten ab. Ich kann sie alle durch ein grossen Fenster beobachten. Was für gegensätze. Wenn man meist in der Wildnis ist wie ich, ist dieser Anblick wieder ganz ungewönnt. Der Mensch musste sowas einrichten, damit er sich überhaupt noch etwas bewegt. Für Stadtmenschen ist das alles ganz Normal, für einen Nomaden wie mich ist es nicht mehr “Natürlich”.

Etwas von meiner Biographie

Gut als ich so 19 war, habe ich das ja auch so gemacht. Ich bin von Montag bis Freitag jeden Abend in den Kraftraum und habe meine Muskeln traniert bis zur Erschöpfung. Und das 3 jahre lang 5x in der Woche, damit ich endlich etwas zunehmen kann. Ja zunehmen war mein Problem nicht abnehmen. Und ich kann auch sagen, das bei meinem damaligem Stoffwechsel das Zunehmen ein warer Kapmpf und Krampf war. Ich Stoffte ihm mich rein was nur geht, dann das Training bis der Muskel nicht mehr konnte. Und so schafte ich es in 3 jahren ganze 8 Kg zuzunehmen. Von damaligen 55Kg auf 63Kg. Mit 1.78m grösse war das sicher auch nötig. Wäre ich Weiblich gewesen, wäre ich mit meinen Blonden langen krausigen Haaren sicher ein Top Model gewesen. Doch als Mann hinterlies es eher Spuren in meinem Selbstwertgefühl. Als ich dann über 30 Jahre alt war, ging es dann von alleine langsam nach oben bis zum heutigen Kampfgewicht von 72-74Kg. Welches ich nun halte bis ich Tot umfalle. In meiner Kindheit war eben nimmand da, der mir zu essen gab, und so musste ich es mir irgendwie selber auf der Strasse besorgen. ich arbeitete immer mal wieder indem ich Altpapier sammelte, für welches ich damals 3-4 Rappen pro Kg. bekam. Ich hatte hauptsächlich drei Menue welche ich selber machen konnte schon als 10 Jähriger. Büchsenravioli von der Mirgros, Haferflocken mit Milch und Zucker und Milchreis. Später in der Oberstufe ging ich in die Kochschule nicht um kochen zu lehren, sonder weil es da was zu Futtern gab. Um 15 Uhr hatten wir immer fertig gekocht und dann durften wir es essen. Da die anderen aber alle mit vollem Magen nun essen mussten, meiner aber ausser eine Ovomaltine vom Morgen noch leer war, könnt ihr auch vorstellen, was ich einmal in der Woche alles so reingedrückt habe. Die anderen Staunten nicht schlecht, keiner wusste ja wie es um mich und meinem vermeintlichem Zu Hause war. Obwohl offene Augen konnte schon Spuren dafon sehen. Ich trug ja damals in den 70ern schon lange Blonde Haare, was für einen Jungen eher unüblich war. Und bei den Erwachsenen ebenfalls. Höchstens die Hippies aus dem TV trugen ihre Haare so offfen wie ich. Aber wie ihr seht, habe ich es trotzdem geschaft mich durch Leben zu kämpfen, auch wenn heute noch Spuren dafon sichtbar sind. Aber ich habe es geschaft ohne diesen ganzen Sozialaperat. Keiner meiner Lehrer hätte auch nur einen Cent auf mich gewettet. Nur der letzte der vielen Lehrer (viele standen nicht durch) hat an mich geglaubt und so wurde ich in der Realschule, ich war schon 18 Jahre alt, vom schlechtesten (10 Jahre immer der letzte in der Notenhierarchie.) zum besten Schüler. Den dank diesem Lehrer, der es wirklich gut mit mir meinte, habe ich zum ersten mal überhaupt meine Hausaufgaben immer abgeliefert. Dank ihm fand ich auch eine Lehrstelle als Automechaniker. Ich war schon 4x eine Woche schnuppern, doch meine Zeugnisse liessen alle erschauern. Da der Lehrer das wusste, gab er mir ein Zwischenzeugnis mit bei welchem man meinen Notenquantensprung deutlich sah. Von 2.5- 4 nun auf 5 – 5.5. In der Schweiz ist das ja genau umgekehrt als bei den Deutschen. Warum wusste ich das bloß nicht schon früher, dann hätte ich mich wohl eher in Deutschland beworben.

Nun wisst ihr auch warum ich der Rechtschreibung nicht so mächtig bin. Aber Hauptsache man versteht mich. So das war ein ganz kleiner Einblick von meiner Vergangenheit.

Wo war ich stehen geblieben?

Ach ja, an meinem Übernachtungsplatz. Gleich danach ging es weiter, durch den Morgenverkehr auf die Autobahn. Die ganzen Gebühren waren bis nach Como an die Grenze nur ca. 26€. Hier bin ich ja Klasse 2 und nicht drei wie sonst meist. Dann endlich durch den Zoll in die Schweiz. Die ersten Berge strahlten mich mit ihren weissen Zipfeln an.

Mein Diesel ging nun so langsam zu neige. Und da ich das wusste, habe ich zuvor noch den 10 L Kanister in den linken leeren Tank geschüttet, falls der rechte auch noch zu neige geht. Und so fuhr ich den Pass San Bernhardino hoch.

Und ich hatte es fast bis auf die etwa 1550 Meter hoch geschafft, doch kurz vor Schluss, war dann der Tank leer. Aber ich war ja vorbereitet und so stellte ich nur meinen Schalter auf den anderen Tank. Ich konnte alles im 4 Gang hoch fahren von meinen 5 Gängen. Der Vario ist einfach klasse. Meine Wassertanks waren ja fast leer und Diesel ja auch. Ohne die Kernfeldoptimierung des Steuergerätes, müsste ich hier wohl im 3 Gang hochfahren. Aber nun hat er ja mehr Drehmoment und auch Ps. Ganze 185Ps sollen es ja sein statt 152. Was man klar merkt. Wie immer mache ich ganz oben an der Sonne einen halt.

Die Wölfe dürfen raus, aber immer unter meiner Beobachtung. Speziell Enjy, die kann schonmal etwas weiter weglaufen, und Eyla verführt sie dann manchmal auch.

Hier oben gibt es auch ein Matterhorn, wenn auch ca. 2000 Meter kleiner.

Aber es sieht ihm sehr ähnlich.

Da ich ja in Patras meinen Diesel leicht falsch berechnet habe, und es hier eine Tanke gab, nahm ich meinen 10 L Kanister und ging schnell zu Fuss zu der Tanke. Mit 1.70 Fr. War sie sogar günstiger als die unten im Tal, warum auch immer. Diese falsch Berechnung hat mich nun ca. 1.50 mehr gekostet. Nicht schlimm. Nun ging es ja runter. Auch hier sind Schneeberge zu sehen. Schnee ist ja etwas schönes, wenn er nur nicht so kalt wäre. Genau wie das Wasser auch etwas schönes hat, wenn es nur nicht so Nass wäre.

Mein nächster Halt war dann Österreich bei der Discount Tanke beim Hofer in Rankweil. Da ist es am Günstigsten. Diese Tanke wurde auch meine Stammtanke. Leider war der Preis nicht 1.184 sonder 1.214. Aber egal, besser als 1.30€ oder wie in der Schweiz 1.60€ oder Italien 1.50€. Ich tankte also da einen Tank voll, dann wenden und den anderen auch. Doch nun wollte er mir keinen Diesel mehr geben. Vermutlich war das Geld noch nicht auf der Karte, das ich eine Stunde zuvor noch rüber geschoben habe von der Visa zum Giro oder wie diese deutschen Konten auch heissen. Nun fuhr ich einfach etwas vor und versuchte es bei der nächsten Säule, und die hatte mich richtig lieb und sah ein, dass ich meine Rechnungen immer bezahle.

Nun musste ich zum zweiten mal über den Zoll in die Schweiz. Dieser Zöllner hilt mich dann an, und wollte es genauer wissen. Er fragte mich ob ich Waren dabei habe. Ich beantworte immer mit Ja. Den Waren habe ich ja immer dabei. Dann fragte er mich nach Fleisch. Ja habe ich auch. Wieviel? Keine Ahnung müsste ich zusammen rechnen. Dann fragt er mich weiter 5-10 Kg? Nein auf keinen Fall, vielleicht 1-2 Kg. Dann war er zufrieden und ich durfte weiter fahren. (Ich glaube ich darf nur 1Kg Frischfleisch und 3Kg Wurstwaren haben). Aber ich verstecke nie etwas. Den wenn du sagst, du hast nichts zum Verzollen und sie finden dann etwas das nur 500g darüber ist, findest du keine Gnade bei ihnen. Sagst du jedoch, ja ich habe Waren, so sind sie bei so kleinen Mengen meist Toleranz. Einer Fragte auch schon nach Alkohol, da sagte ich ihm meine kleine Hausbar, weil ich ja darin wohne. Das war für ihn ok.

Man heute bin ich ja so richtig schreibtüchtig. Was die anderen Tage gar nicht war. Es ist nun ja schon wieder Donnerstag.

Dann ging es weiter nach Herisau. Zuerst bin ich gleich zu meinem Ex. Haus gefahren welches nun meine Tochter hat um von der Quelle Wasser zu tanken. Doch da lief nix mehr, und so schaute ich wieso. Oben an der Verzweigstelle, hat jemand einen Zapfen rein gemacht weil er dachte es könnte sonst bei ihm beim Bauen Probleme geben. Was es aber nicht macht, so habe ich den rausgenommen und meinen Tank ganz Voll mit gutem schweizer Wasser gefüllt.

Dann bin ich zum anderen Haus gefahren wo wir früher wohnten, wo jetzt die Christliche Schule sich niedergelassen hat. Ich bin hier ein gern gesehener Gast und darf deshalb auf meinem alten Platz stehen.

Das ist meine Aussicht von hier.

Hier geht es nun jeden Tag mit den Wölfen durchs Appenzellerland.

Die Ponys sind fast so klein wie Eyla und Enjy.

Hier ging es mit den Bikes durch Stock und Stein. Da ist das Schutzblech mal lose geworden. In der Not kann man auch mal so reparieren.

Die ganze Woche war das Wetter schön hier, ab Freitag Nachmittag machte es dann zu, bis Samstag Mittag.

Jemand hat mir noch 45L Heizöl gratis vorbei gebracht mit welchem ich nun heize. Endlich kann die Dieselheizung mal länger eingesetzt werden. Wenn es schön ist läuft sie am morgen und am Abend für mehrere Stunden und bei schlechtem Wetter immer mal wieder eine Stunde am Tag zusätzlich.

Den Kanister konnte ich einfach unter das Wohnmobil stellen und den Schlauch rein halten. Zusätzlich habe ich noch einen grösseren 30L Tank unten am Wohnmobil montiert.

Mal schauen was ich so in der Woche verbrauche.

Am Samstag wurden wir noch zum Raclette eingeladen in unserem ehemaligem Haus mit dem grossem Wohnzimmer.

Der Blick von oben.

So, Sonntag Abend. Die Tagen werden jetzt in der Nacht sehr Kalt werden. Minus 7 Grad ist zu erwarten. Wieder mal ein Teilwinter im kalten Norden. Aber hier drinnen ist es ja warm.

So das war es wieder von mir. Bis Bald.